Münzengold

Der Siegeszug des Krügerrand

Der Siegeszug des Krügerrand

Sie ist die bekannteste und beliebteste Anlagemünze der Welt: der südafrikanische Krügerrand. Als erste echte Anlagemünze revolutionierte sie Ende der 60er-Jahre den Goldmarkt für private Investoren.

Am 3. Juli 1967 feierte die Krügerrand-Münze Premiere. Benannt nach dem südafrikanischen Präsidenten Paul Krüger, entwickelte sich die Goldmünze für Privatinvestoren innerhalb weniger Jahre zur Goldanlage schlechthin. Mit keiner anderen Goldanlageform bekam man seinerzeit so viel Gold für sein Geld.

Der Krügerrand war die erste Goldmünze, die mit einem Nominal von 1 Unze herausgegeben wurde. Auf ein Währungsnominal verzichtete man. Der Wert der Münze sollte sich ausschließlich auf den reinen Goldanteil beziehen.

Das Aufgeld, also der Mehrpreis gegenüber dem reinen Goldwert, betrug dementsprechend nur wenige Prozent. Das machte diese Münze für Anleger so attraktiv. Zum Vergleich: Mitte der 60er-Jahre musste man hierzulande beim Kauf eines 20-DM-Goldstücks noch ein Aufgeld von bis zu 50 Prozent auf den aktuellen Goldpreis zahlen. Der Grund: Das Angebot an Anlagemünzen war sehr stark begrenzt.

Zu Beginn war die Krügerrand-Münze nur im Gewicht von einer Unze (31,10 Gramm) erhältlich. 1980 kamen die Varianten zu ½ Unze, ¼ Unze und 1/10 Unze dazu. Der steigende Goldpreis Ende der 70er-Jahre und eine flächendeckende Werbekampagne machten den Krügerrand auch in Deutschland immer populärer.

1971 wurden in Deutschland rund 400.000 Krügerrand-Münzen in einem damaligen Gesamtwert von 60 Millionen Mark verkauft (150 DM pro Stück). 1978 betrug die weltweite Absatzmenge mehr als sechs Millionen Stück. Bis heute wurden 46 Millionen Unzen abgesetzt.

Mit der Phase des Importstopps - im Rahmen der Anti-Apartheitsbewegung zwischen 1986 und 1999 - verlor der Krügerrand dann seine alleinige Vorherrschaft im Goldanlagemarkt. Mit der kanadischen Maple Leaf (1979), dem American Gold Eagle (1986) und der Britannia (1987) kamen bedeutende Wettbewerber auf den Markt.