Münzengold

Vreneli - Das Schweizer Original

Vreneli - Das Schweizer Original

Als der Schweizer Bundesrat 1895 beschloss, das 20-Franken-Stück zu verändern, schrieb man einen Wettbewerb für die Gestaltung einer neuen Geldmünze aus. Das Motiv sollte ein nationales Motiv tragen, das die Schweiz sinnbildlich oder in Form eines historischen Symbols darstellt.

Den Zuschlag erhielt der Künstler Fritz Ulisse Landry mit seiner Darstellung der Helvetia. Hierbei handelt es sich einerseits um die vom Volksstamm der Helvetier abgeleitete neulateinische Bezeichnung für die Schweiz. Gleichzeitig bezeichnet Helvetia aber auch eine Frauenfigur, die als Sinnbild für die Schweiz steht.

Auf Briefmarken und Münzen wird "Helvetia" als Landesbezeichnung verwendet. Dadurch bevorzugt man keine der Schweizer Amtssprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch). Aus dem gleichen Grund lautet das Länderkürzel CH (Confoederatio Helvetica).

Münzbild
Die Schweizer Vreneli Goldmünze trägt auf der Vorderseite also den Kopf von Landrys Helvetia im Profil. Ihre Haare sind zu Zöpfen geflochten, ihr Kleid ist mit Edelweißblüten verziert. Im Hintergrund sieht man eine Gebirgskulisse. Die Rückseite ziert das Schweizer Wappen (Schweizerkreuz), der Nominalwert und das Prägejahr sind aufgebracht.
Vreneli steht in Schweizerdeutsch für die Verniedlichungsform des Frauennamens Verena. Wie die Münzdame ausgerechnet zu diesem Namen kam, ist nicht eindeutig überliefert. Die Bezeichnung bürgerte sich vor dem Zweiten Weltkrieg ein. Eine Bezugnahme zur Heiligen Verena wird nicht ausgeschlossen.

Beschaffenheit/Auflagen
Von der 20-Franken-Vreneli hat man ab 1897 bis ins Jahr 1949 rund 58 Millionen Exemplare ausgegeben. Das 10-Franken-Stück wurde zwischen 1911 und 1922 2,65 Millionen Mal hergestellt. Die 100-Franken-Münze ist in einer Auflage von nur 5.000 Stück erschienen. Alle wurden 1925 geprägt. Lediglich 3.800 Stück davon sind heute noch im Umlauf. Der Rest wurde irgendwann einmal eingeschmolzen.

Alle Münzen bestehen zu 90 Prozent aus Feingold, 10 Prozent Kupfer sind beigemischt.

Vom Zahlungsmittel zum Sammlerstück
Im Zuge der Weltwirtschaftskrise Anfang der Dreißigerjahre werteten viele Staaten ihre Währungen ab, um die eigene Wirtschaft zu stärken.1938 gab es in der Schweiz einen Beschluss, die Goldparität des Franken von 290 mg auf 190 bis 215 mg Feingold zu senken. Dies entsprach einer Abwertung um rund 30 Prozent. Die Schweizer Nationalbank wurde zudem von der Verpflichtung befreit, Banknoten jederzeit in Gold zu wechseln. Dies hatte zur Folge, dass aufgrund des höheren Goldpreises der Kurswert der 20-Franken-Vreneli geringer war, als der Goldwert (20 Franken gegenüber ca. 28 Franken). Und so wurde das Stück später hauptsächlich gehortet und verschwand vollständig aus dem Zahlungsverkehr.

Bedeutung unter Sammlern
Besonderen Sammlerwert hat eine Auflage von nur 29 Exemplaren aus dem Jahr 1897, die als "Gondo-Prägung" bekannt ist (Das Gold stammte aus dem ehemaligen Bergwerk in Gondo, im Kanton Wallis). Die Münze enthält neben einem Kupferzusatz auch Silber und erscheint in ihrer Farbe deshalb etwas heller. Zudem wurde auf die Mitte des Schweizerkreuzes ein kleineres zusätzliches Kreuz eingeprägt.

Bedeutung als Anlagemünze
Die beliebteste Vreneli-Münze, sozusagen das eigentliche Goldvreneli, ist das 20-Franken-Stück. Es hat sich als klassische Anlagemünze mit relativ geringem Aufpreis etabliert. Der halbantike Status des Vreneli ist eine Zusatzeigenschaft, die von Anlegern besonders geschätzt wird. Von den Diskussionen über die Möglichkeit eines erneuten Goldverbotes sehen viele das Vreneli durch ihren Charakter als Sammelmünze unberührt.